Was ist eine Integrierte Gesamtschule?



Dieser Info-Text wurde auf Basis des Grundsatzerlasses für die Arbeit an der Integrierten Gesamtschule im März 2013 erstellt. Dieser Grundsatzerlass ist auf den Seiten des Niedersächsischen Kultusministeriums einzusehen. Im Text haben wir immer wieder Bezug auf die Konzeption der IGS Embsen genommen. 

Die ersten Integrierten Gesamtschulen wurden in Niedersachsen in der 1970er Jahren als Alternative zu dem starren dreigliedrigen Schulsystem gegründet. Anfang der 2000er Jahre wurde von der damaligen Landesregierung ein Gesamtschulgründungsverbot verhängt, das dann aber schließlich unter strengen Auflagen im Jahr 2008 gelockert wurde. Seitdem wurden in Niedersachen mehr als 30 neue Integrierte Gesamtschulen gegründet. Eine von diesen ist die IGS Embsen, die zu Beginn des Schuljahres 2012/2013 an den Start gegangen ist. An der IGS Embsen unterrichten Lehrkräfte der verschiedenen Lehrämter, wir sehen uns als Gesamtschullehrkräfte.

Die Integrierte Gesamtschule umfasst die Schuljahrgänge 5 – 13. Sekundarbereich I (Jahrgänge 5-10) ist die Integrierte Gesamtschule nach Schuljahrgängen gegliedert (in der IGS Embsen sind diese Jahrgänge nach Farben sortiert: Grüner Jahrgang, Gelber Jahrgang, Roter Jahrgang, Orangener Jahrgang, Blauer Jahrgang, Violetter Jahrgang). Es entfällt die Trennung zwischen Haupt- und Realschule und Gymnasium. Die Schülerinnen und Schüler werden gemäß den gesetzlichen Bestimmungen so lange wie möglich gemeinsam unterrichtet und profitieren dabei voneinander.

Die IGS baut auf der Grundschule auf. Die Aufnahme in die IGS ist in der Regel beschränkt, an der IGS Embsen werden pro Jahrgang höchstens 150 Schülerinnen und Schüler aufgenommen.

An der IGS Embsen können sämtliche Schulabschlüsse erworben werden: vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur.

An der IGS unterrichten Lehrkräfte mit dem Lehramt an Grund- und Hauptschulen, an Realschulen, an Gymnasien und an Förderschulen. Sie sehen sich selber als Gesamtschullehrerinnen und –lehrer.
Die IGS hat wie alle Schulen die Aufgabe den Erziehungs- und Bildungsauftrag zu erfüllen. Ihre Arbeit ist durch das Bestreben geprägt, Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gemeinsame Lernerfahrungen zu vermitteln und sie durch differenzierenden Unterricht individuell zu fördern.

Die Ziele, Inhalte und Methoden für den Unterricht in den Schuljahrgängen 5 bis 10 sind in den Lehrplänen (Kerncurricula) sowie weiteren curricularen Vorgaben für die IGS festgelegt.

Eine wesentliche Aufgabe der Integrierten Gesamtschule besteht darin, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, sich auch in Verantwortung für die künftigen Generationen sachgerecht und aktiv für den Erhalt der natürlichen Umwelt einzusetzen sowie für gute Beziehungen und Toleranz unter den Menschen verschiedener Nationen, Religionen und Kulturkreise einzutreten. Außerdem ist die Gleichberechtigung der Geschlechter durch eine Erziehung zu partnerschaftlichem Verhalten zu fördern, das einseitigen Rollenorientierungen in Familie, Beruf und Gesellschaft entgegenwirkt. Eine wichtige Aufgabe ist schließlich die Orientierung der Schülerinnen und Schüler über die Berufs- und Arbeitswelt durch Unterricht und Erkundungen sowie Betriebspraktika.

Die Arbeit in der Schule zielt auf die Entwicklung der gesamten Persönlichkeit. Sie muss also die kognitive Entwicklung der Schülerinnen und Schüler und zugleich ihre sozialen, emotionalen, kreativen und praktischen Fähigkeiten fördern. Dazu gehört, dass sie die Schülerinnen und Schüler in der Entwicklung ihrer Selbstständigkeit und ihrer Fähigkeit zu Kooperation und Mitbestimmung unterstützt.
Diesen Zielen dient zum einen der Unterricht und zum anderen ein Schulleben, das Anregungen gibt und mitmenschliche Begegnungen ermöglicht. Dabei soll durch eine Öffnung von Unterricht und Schule zur außerschulischen Umwelt hin auch die Teilnahme am kulturellen und politischen Leben der Gemeinde gefördert werden.
Der Unterricht im Sekundarbereich I besteht aus Pflicht-, Wahlpflicht- und Wahlunterricht, in der im Schuljahrgang 11 geführten Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe aus Pflicht- und Wahlpflichtunterricht.

Die IGS als Ganztagsschule macht ihren Schülerinnen und Schülern im Sekundarbereich I ein ganztägiges Unterrichts-, Förder- und Freizeitangebot. Die IGS Embsen ist eine teilgebundene Ganztagsschule, an mindestens zwei Tagen (Montag und Donnerstag) findet nach der Mittagspause regulärer Unterricht statt, an zwei bis drei weiteren Tagen wird ein umfangreiches CLUB-Angebot gemacht.

Klassenleitungen (Tutoren) sollen gemäß Erlass in den Schuljahrgängen 5 bis 8 mindestens sechs, in den Schuljahrgängen 9 und 10 mindestens vier Stunden in ihrer Klasse erteilen. Fachlehrerinnen und Fachlehrer sollen in der Regel ihre Klasse oder ihren Kurs mindestens in zwei aufeinander folgenden Schuljahren unterrichten. Die Anzahl der Lehrkräfte in einer Klasse soll möglichst gering sein. An der IGS Embsen versuchen wir, den Einsatz der Lehrkräfte möglichst innerhalb des Jahrgangs zu koordinieren, sodass unsere Schülerinnen und Schüler kaum Wechsel der Lehrkräfte haben.

In den Klassenzeiten (KlaZ, freitags 3. Block) werden erzieherische und organisatorische Aufgaben durch die Tutoren wahrgenommen. Im Wochenanfang wird diese Arbeit vertieft.

Es können zwei bis vier Stunden für Freiarbeit oder Projektarbeit vorgesehen werden. Damit können die Schülerinnen und Schüler stärker entsprechend ihren Interessen und Neigungen eigene Lernschwerpunkte wählen und weitgehend selbstständig erarbeiten. Die dafür erforderlichen Stunden sind in der Regel aus dem Bereich des Pflicht- oder Wahlpflichtunterrichts zu nehmen; die Lernangebote sollen sich dabei auf die hierfür in Anspruch genommenen Fächer und Fachbereiche beziehen. Diese Stunden finden sich an der IGS Embsen in PORTA wieder, wo die Schülerinnen und Schüler eigenständig an Projekten arbeiten

In den Schuljahrgängen 6 bis 10 wird Wahlpflichtunterricht angeboten. Wahlpflichtunterricht kann auch fachübergreifend oder fächerverbindend durchgeführt werden. Eine zweite Fremdsprache (IGS Embsen: Französisch. Spanisch oder Latein) ist vierstündig, die anderen Fächer sind zwei (in Jahrgang 6)- oder vierstündig vorzusehen. Die Schülerin oder der Schüler hat aus dem Angebot ein vierstündiges Fach oder ein zweistündiges Fach in Jahrgang 6 zu belegen. Mit Ausnahme der fortgesetzten zweiten Fremdsprache, die im Sekundarbereich I durchgehend beizubehalten ist, sind andere gewählte Fächer in der Regel für mindestens zwei Schuljahrgänge beizubehalten. In den Schuljahrgängen 9 und 10 kann die Schülerin oder der Schüler nach Maßgabe des Angebots der Schule die anderen gewählten Fächer aus dem Schuljahrgang 7 und 8 weiterführen, aber auch neue Fächer wählen.

Arbeitsgemeinschaften (IGS Embsen: Clubs) sind nach den Möglichkeiten der Schule anzubieten. Die Teilnahme ist freiwillig
Unterricht nach dem Curriculum „Mobilität“ ist Bestandteil des Pflichtunterrichts. In Arbeit-Wirtschaft-Technik (Bestandteil von PORTA) werden ab Schuljahrgang 8 Betriebs- und Arbeitsplatzerkundungen sowie Betriebspraktika durchgeführt.

Die Lehr- und Lernverfahren werden den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, den individuellen Begabungen, Fähigkeiten und Neigungen und dem unterschiedlichen Lernverhalten gerecht.

Der Unterricht wird so geplant und gestaltet, dass das selbstständige und kooperative Lernen (Think-Pair-Share) sowie das handlungsorientierte und problembezogene Arbeiten der Schülerinnen und Schüler angeregt und unterstützt werden. Große Bedeutung kommt deshalb neben dem Klassenunterricht den Sozialformen Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit und neben dem Lehrgangsunterricht den Unterrichtsformen Freiarbeit, Wochenplanarbeit und Projektunterricht zu.

Übungs-, Wiederholungs-, Anwendungs- und Übertragungsphasen sind wichtig für die Sicherung, Einfügung und spätere Anwendung des Gelernten. Deshalb sollen die Schülerinnen und Schüler auch lernen, wie sinnvoll geübt und übertragen werden kann und wie sie selbstständig Ergebnisse sichern können.

Schülerinnen und Schüler sollen in zunehmendem Maße an der Unterrichtsplanung und Unterrichtsgestaltung beteiligt werden. Dem dienen Besprechungen der Schulhalbjahrespläne mit fachübergreifenden sowie fächerverbindenden Vorhaben, die Diskussion der Planung für einzelne Unterrichtseinheiten und die selbstständige Wahl und Erarbeitung von Aufgaben, Schwerpunkten und Projekten.

Zum Erreichen dieser Ziele ist eine enge Zusammenarbeit der Lehrkräfte, insbesondere im Rahmen von Klassenkonferenzen, Fach- und Fachbereichskonferenzen erforderlich. Die zuständigen Konferenzen erstellen auf der Grundlage der Kerncurricula schuleigene Lehrpläne (IGS Embsen: Module); hierbei sind fachbereichsübergreifende und fachbereichsverbindende Fragen und Inhalte angemessen zu berücksichtigen.

In jedem Schuljahr können Projekte durchgeführt werden. Die projektbezogene Arbeit kann dabei klassenbezogen, jahrgangsbezogen sowie jahrgangsübergreifend organisiert werden (s. PORTA).

In den Schuljahrgängen 5 bis 10 sollen die Schülerinnen und Schüler insbesondere in den folgenden Bereichen fachübergreifende methodische Kompetenzen erwerben:

-          Umgang mit der Bibliothek und dem Internet;
-          Anfertigen von Unterrichtsprotokollen und einfachen Referaten;
-          Textverarbeitung und Tabellenkalkulation;
-          Gestaltung und Strukturierung mündlicher Vorträge;
-          Mediengestützte Präsentationsverfahren.

Hierzu entwickelt die Schule ein Methodenkonzept und bestimmt je Schuljahrgang ein Fach, in dem im Umfang von mindestens zehn Wochenstunden im Schuljahr die entsprechenden Methoden vermittelt werden. Die Schule kann hiervon abweichen, wenn sie vergleichbare Festlegungen zur Umsetzung des Methodenkonzepts beschließt. An der IGS Embsen werden diese Kompetenzen den einzelnen Fächern zugeordnet und in den einzelnen Modulen ausgewiesen, zudem übernimmt das Fach PORTA in diesem Bereich eine führende Rolle.

Differenzierungsmaßnahmen dienen der individuellen Förderung der Schülerinnen und
Schüler.

Mit einer Differenzierung der Ziele, Inhalte und Methoden sollen die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler, die Unterschiede in ihren Leistungsfähigkeiten und Interessen und Neigungen berücksichtigt werden.

Innere Differenzierung ist wegen der unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler erforderlich. Sie ist Unterrichtsprinzip beim Unterricht in den Klassen und Kursen und dient der Berücksichtigung unterschiedlicher Leistungsfähigkeiten durch eine Differenzierung in den Anforderungen (zusätzliche, erhöhte und grundlegende Anspruchsebene), in der methodischen Gestaltung der Lernprozesse sowie in der Förderung von Interessen und Neigungen durch die Wahl von Schwerpunkten, Aufgaben, Methoden und Medien.

Formen äußerer Differenzierung in der IGS sind:

-          Fachleistungskurse,
-          Wahlpflichtkurse,
-          Wahlunterricht,
-          Arbeitsgemeinschaften,
-          Förderunterricht.

Diese Formen der Differenzierung werden im Folgenden dargestellt:

Fachleistungskurse (IGS Embsen bis einschl. Jahrgang 8 im Klassenverband, ab Jahrgang 9 Kurse)

Für die äußere Fachleistungsdifferenzierung durch Fachleistungskurse gelten folgende Rahmenbedingungen:
In Deutsch, Mathematik, Englisch und Naturwissenschaften wird der Unterricht auf mind. zwei Anspruchsebenen durchgeführt; auf Grund der entsprechenden Vorgaben in den Kerncurricula werden erhöhte Anforderungen im E-Kurs und grundlegende Anforderungen im G-Kurs gestellt.
In Mathematik, Englisch, Deutsch und Nawi wird bis einschließlich Jahrgang 8 binnendifferenziert im Klassenverband unterrichtet, ab Jahrgang 9 erfolgt eine äußere Fachleistungsdifferenzierung in den Fächern Deutsch, Mathe und Englisch.

Wahlpflichtfächer (ab Jg. 6)

Neben dem Pflichtunterricht wird Wahlpflichtunterricht angeboten, mit dem den Schülerinnen und Schülern die Wahl von Lernschwerpunkten ermöglicht wird. Die Lehrkräfte beraten die Schülerinnen und Schüler und ihre Erziehungsberechtigten bei der Wahl des Wahlpflichtunterrichts (s. oben) insbesondere bei der Wahl einer zweiten Wahlpflichtfremdsprache.

Wahlunterricht und Arbeitsgemeinschaften (ab Jg. 5)

Wahlunterricht und Arbeitsgemeinschaften berücksichtigen die Interessen und Neigungen der Schülerinnen und Schüler und geben auch Anregungen für die Freizeitgestaltung. In Zusammenarbeit von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Erziehungsberechtigten wird ein möglichst ausgewogenes fachbezogenes, fachübergreifendes und fächerunabhängiges Wahlunterrichts- und Arbeitsgemeinschaftenangebot (IGS Embsen: Clubs und Extrazeit) entsprechend den schulischen Möglichkeiten zusammengestellt. Wahlunterricht und Arbeitsgemeinschaften können klassen- und jahrgangsübergreifend durchgeführt werden; ihre Dauer beträgt in der Regel ein Schulhalbjahr. Sie können mit Genehmigung durch die Schulleiterin oder den Schulleiter in Form von Blockunterricht durchgeführt werden.

Förderunterricht

Förderunterricht ist vorwiegend für die Schülerinnen und Schüler einzurichten, die in den Fächern Deutsch, Mathematik oder Fremdsprachen Kenntnisdefizite haben und ihre Leistungen verbessern wollen.
Die Teilnahme am Förderunterricht ist freiwillig und erfolgt auf Vorschlag der betreffenden Fachlehrkraft in Abstimmung mit Tandem und den Erziehungsberechtigten.
Der Förderunterricht findet im Rahmen des wahlfreien Unterrichts statt (Werkstätte oder EXTRA-Zeit). Der Förderunterricht soll von der jeweiligen Fachkraft erteilt werden; andernfalls ist eine enge Zusammenarbeit der Fachlehrkräfte erforderlich. Die Durchführung des Förderunterrichts für ausländische Schülerinnen und Schüler und für Aussiedlerkinder bleibt hiervon unberührt.

Individuelle Lernentwicklung

In der IGS wird die von der Grundschule dokumentierte individuelle Lernentwicklung für die Schülerinnen und Schüler in den Schuljahrgängen 5 bis 10 fortgeschrieben.

Die Dokumentation enthält Aussagen

-          zur Lernausgangslage,
-          zu den im Planungszeitraum angestrebten Zielen,
-          zu Maßnahmen, mit deren Hilfe das Ziel erreicht werden soll,
-          zur Beschreibung und Einschätzung des Fördererfolgs durch die Lehrkraft und durch
-          die Schülerin oder den Schüler.

An der IGS Embsen ist das Feedback-Konzept ein wesentlicher Bestandteil der Dokumentation der Individuellen Lernentwicklung.

Leistungsbewertung und Lernkontrollen, Lernentwicklungsberichte und Notenzeugnisse

Jede Schülerin und jeder Schüler hat einen Anspruch auf Anerkennung des individuellen Lernfortschritts. Die Beobachtung des Lernprozesses, die Feststellung der Lernergebnisse und schließlich die Leistungsbewertung haben für sie oder ihn die pädagogische Funktion der Bestätigung und Lernkorrektur, der Hilfe zur Selbsteinschätzung, der Lernhilfe und Ermutigung (s. Feedback-Konzept).
Den Erziehungsberechtigten dient die Leistungsbewertung zur Information über die Lernentwicklung und ggf. über besondere Lernschwierigkeiten.

Die Leistungsbewertung darf sich nicht in punktueller Leistungsmessung erschöpfen, sondern muss den Ablauf eines Lernprozesses einbeziehen. Bei allen Entscheidungen, die für den weiteren Bildungsgang von Bedeutung sein können, müssen neben den Ergebnissen der Lernkontrollen auch die verschiedenen Bedingungen berücksichtigt werden, von denen der Lernerfolg einer Schülerin oder eines Schülers abhängt.

Grundlage für die Leistungsbewertung sind neben Beobachtungen des Lernprozesses schriftliche, mündliche und besondere fachspezifische Lernkontrollen. In allen Fächern haben mündliche und fachspezifische Lernkontrollen eine große Bedeutung. Lernkontrollen und weitere Ergebnisse aus der Unterrichtsarbeit informieren über die Lernentwicklung und den Lernstand der Schülerinnen und Schüler. Ihre Auswertung bildet zusammen mit den Ergebnissen der Schülerbeobachtung die Grundlage für die individuelle Förderung, für zusätzliche Differenzierungsmaßnahmen und für die Lernentwicklungsberichte und Notenzeugnisse. Sie geben den Lehrkräften zudem Auskunft über die Wirksamkeit des Unterrichts und damit über evtl. erforderliche Veränderungen.

In den Schuljahrgängen 5 bis 8 können entweder Lernentwicklungsberichte erstellt oder Notenzeugnisse erteilt werden. An der IGS Embsen erhalten die Schülerinnen und Schüler bis einschließlich Jahrgang 7 Lernentwicklungsberichte (LEB), die in einem Schüler-Tutoren-Eltern-Gespräch übergeben werden. Der Lernentwicklungsbericht enthält für alle Fächer und Fachbereiche und ggf. fachübergreifend eine Darstellung der Lernentwicklung der Schülerin oder des Schülers (IGS Embsen: Tandembrief) und Hinweise für die weitere Förderung. Der Selbsteinschätzung der Schülerin oder des Schülers, der Rückmeldung für die Lehrkräfte und dem gemeinsamen Gespräch über das weitere Lernen – auch mit den Erziehungsberechtigten – können Schülerberichte dienen; sie enthalten eine Stellungnahme der Schülerin oder des Schülers zur eigenen Lernentwicklung und zum eigenen Lernstand. Diese Stellungnahme wird an der IGS Embsen in Form eines Antwortbriefes dem Zeugnis beigefügt. Ab Schuljahrgang 8 werden am Schluss des Schulhalbjahres und des Schuljahres Notenzeugnisse ergänzt durch einen Lernentwicklungsbericht erteilt. Außerdem werden Übergangs-, Abgangs- und Abschlusszeugnisse sowie auf besonderes Verlangen der Erziehungsberechtigten Zwischenzeugnisse zur Vorlage bei Bewerbungen ausgestellt.

Das Recht der Erziehungsberechtigten sowie die Aufgaben der Schule erfordern eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Erziehungsberechtigten sind an den schulischen Belangen und Entscheidungsprozessen zu beteiligen.

Die Lehrerinnen und Lehrer sind verpflichtet, die Erziehungsberechtigten über Grundsätze der schulischen Erziehung und über Ziele und Inhalte, Planung und Gestaltung des Unterrichts zu informieren und diese mit ihnen zu erörtern. Sie müssen außerdem die Erziehungsberechtigten über die Entwicklung ihres Kindes in der Schule, über sein Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten sowie über Lernerfolge und Lernschwierigkeiten unterrichten. Die Lehrerinnen und Lehrer benötigen ihrerseits Informationen der Erziehungsberechtigten über deren Kind. Diese gegenseitigen Informationen sind hilfreich für die Förderung der Kinder; sie können dazu beitragen, Störungen des Bildungsprozesses zu vermeiden (s. Feedback-Konzept der IGS Embsen).
Die gegenseitigen Informationen und die Zusammenarbeit sind notwendig, um die Schülerinnen und Schüler über ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg richtig beraten zu können.
Damit wird auch sichergestellt, dass die Erziehungsberechtigten über die mit dem jeweiligen Schulabschluss verbundenen Berechtigungen ausreichend unterrichtet sind.

Der gegenseitigen Information und Beratung dienen Elternabende, Elternsprechtage,  Sprechnachmittage, besondere Informationsveranstaltungen und Einzelberatungen; letztere können auch in Form von Hausbesuchen erfolgen. Die Erziehungsberechtigten sind vor Entscheidungen, die sie in Bezug auf den Bildungsweg ihrer Kinder zu treffen haben, rechtzeitig zu informieren und zu beraten. An der IGS Embsen werden wir diesen Anforderungen insbesondere durch die LEB-Übergabegespräche und die Tischgruppenabende gerecht. Zudem sind wir für die Erziehungsberechtigten telefonisch, über das Sekretariat und per Email erreichbar.

Informationsveranstaltungen

Für die Erziehungsberechtigten einzelner Schuljahrgänge finden Informationsveranstaltungen insbesondere zu folgenden Themen statt:
Im Schuljahrgang 5 dienen sie der Information über Aufgaben und Ziele der IGS, die Organisation des Unterrichts, die zweite Fremdsprache, die Inhalte und Arbeitsweisen und das Schulleben.
Im Schuljahrgang 6 soll über Aufgaben und Organisation der Fachleistungskurse und Wahlpflichtkurse und ihre Auswirkungen auf den Erwerb des Schulabschlusses informiert werden.
Im Schuljahr 8 soll erneut über die Schwerpunktbildungen durch Wahlpflichtkurse und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für den Sekundarbereich II informiert werden.
Im Schuljahrgang 9 oder 10 werden mögliche Schullaufbahnen und Abschlüsse im allgemein
bildenden und berufsbildenden Schulwesen dargestellt. Zu diesen Veranstaltungen werden Vertreterinnen und Vertreter von berufs- und studienbezogenen Schulformen des Sekundarbereichs II und der Berufsberatung eingeladen.

Einzelberatungen

Einzelberatungen erstrecken sich u.a. auf Auskünfte über die Lernsituation einer Schülerin oder eines Schülers, über Fragen der Schullaufbahn und die dabei zu erwägenden Maßnahmen. Für die Einzelberatungen ist vor allem das Tandem zuständig.

Termine für Elterninformationsveranstaltungen und Einzelberatungen sind in der Regel zeitlich so anzusetzen, dass sie auf die Berufstätigkeit von Erziehungsberechtigten Rücksicht nehmen.
Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler in der Schule

Zu den Aufgaben und Zielen der Arbeit in den Schuljahrgängen 5 bis 10 der IGS gehört es, den Schülerinnen und Schülern frühzeitig Möglichkeiten der Mitwirkung sowie der Mitgestaltung in der Schule einzuräumen.

Die Schule muss deshalb entsprechende Rahmenbedingungen für eine altersgemäß angemessene Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an schulischen Entscheidungsprozessen und Fragen schaffen. Zu diesen Rahmenbedingungen gehören u.a.:

  • die Sicherstellung der Wahl der Schülerinnen- und Schülervertretung sowie der Konferenzteilnahme von Schülervertreterinnen und -vertretern;
  • die Nutzung der Schulanlagen durch die gewählte Schülerinnen- und Schülervertretung;
  • die wöchentliche SV-Stunde für Versammlungen und Beratungen innerhalb der regelmäßigen Unterrichtszeit;
  • bis zu je vier Schülerinnen- und Schülerversammlungen sowie Schülerinnen- und
  • Schülerratssitzungen im Schuljahr;
  • die Tätigkeit von SV-Beraterinnen oder SV-Beratern der Schülerschaft.
Ein regelmäßiger Informationsaustausch, insbesondere vor grundsätzlichen Entscheidungen, die die Schule betreffen, ist Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Schülerschaft. Grundsätzlich besteht ein Informationsrecht der Schülerinnen- und Schülervertretung sowie eine Informationspflicht der Schulleitung und der Lehrkräfte.

Die Schule sollte eine Vielfalt von Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler fördern und eine breite Meinungsbildung gewährleisten. Das Flugblatt, die Schülerzeitung sowie die für politische, religiöse oder weltanschauliche Richtungen eintretenden Schülergruppen ermöglichen den Schülerinnen und Schülern sich zu artikulieren und ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen. Das Flugblatt und die Schülerzeitung unterliegen dem Presserecht sowie den übrigen gesetzlichen Bestimmungen.